Urherberrechte. Immer wieder, überall. Mir reicht’s. Ich bin neugierig, ich will Antworten. Hier stehe ich, ein junger Musiker voller Ideen, diesen Sommer bin ich fertig mit meinem Musikstudium an der Popakademie Enschede, NL. Vor 20 Jahren wäre jetzt der Zeitpunkt gewesen mir eine Plattenfirma zu suchen. Heute ist dieser Gedanke lächerlich. Die Indies sind pleite und die Majors haben nackte Existenzangst – und sicher kein Geld um mich als totalen Nobody zu pushen. Ich bin also einer von denen die es anders machen müssen. Komponist, Texter, Musiker, Produzent, Studiotechniker, Layouter, Manager, Booker, Promoter – das alles muss ich selbst sein? Anders habe ich nicht den Hauch einer Chance? Als Musiker hieß es schon immer, wer die besten Ideen hat und am lautesten schreit, bekommt was zu essen. Da hat sich nichts geändert. Nur das meine Ideen ab sofort noch besser sein müssen (jeder kann meine Arbeit sofort per Klick vergleichen mit tausend anderen Newcomern) und ich noch lauter schreien muss als früher. Warum mache ich also den Scheiß?
Tja, Musik als Beruf ist für mich nicht verhandelbar. Ich bin zu nichts anderem zu gebrauchen, Musik war immer das einzige was ich konnte und auch wollte.
Und jetzt seid IHR dran! Jawoll, Ihr, damit meine ich jeden in dieser Netzgemeinde der meine Sprache spricht. Ich möchte von Euch wissen wie sehr Ihr Eure neue Freiheit liebt. Ob wir die GEMA, die Majors, die Vertriebe wirklich nicht mehr brauchen. Ob das Ballast von gestern ist den ich abwerfen kann. Ob Ihr geistiges Eigentum, ganz gleich wessen, so schätzt dass Ihr dafür etwas bezahlt, dass es Euch interessiert ob sein Verursacher etwas zu Essen hat.
Und versteht mich nicht falsch: ich bitte Euch hier um NICHTS. Es ist mir völlig egal was am Ende dieses Selbstversuches dabei herauskommt – ich will nur wissen ob ich die kommenden Jahre meines Lebens eine Chance in diesem Beruf habe – und zwar ohne meine Freunde auf Facebook vollzuspammen und über Twitter bei jedem x-beliebigen Voting um Stimmen zu betteln – so wie es viele meiner ebenfalls unbekannten Kollegen heute tun. Was ist also der Selbstversuch? Ihr findet hier unter diesem Text Links zu zwei Portalen. Auf dem ersten könnt Ihr meine Test-EP kostenlos und legal downloaden. Ich bin kein GEMA-Mitglied und veröffentliche unter Creative Commons. Keiner wird versuchen Geld von Euch einzutreiben oder sonst etwas. Ihr habt die Musik und das wars. Ihr könnt sie tauschen, kopieren, remixen, alles im Sinne der neuen Freiheit die uns das Netz bietet. Auf dem zweiten Portal könnt Ihr diesselbe Musik kaufen – für 50 Cent über PayPal oder einen Betrag der Euch sinnvoll erscheint. Und bitte kauft nicht aus Mitleid. Ganz allein nur wenn Euch die Musik gut genug gefällt. Sie ist roh und man hört ihr an dass es null Budget beim Aufnehmen gab.
Ich lasse diesen Artikel von heute an ein Jahr hier stehen. Am Ende dieser 12 Monate -und das verspreche ich Euch liebe Netzgemeinde- werde ich hier auflisten was ich verdient habe, wieviele Downloads ich auf dem kostenlosen Portal verbuchen konnte und wie lang ich von diesen Einnahmen 2013 leben könnte. Ich betone dass es mir nicht darum geht die Diskussion um das Urheberrecht zu meinen Vorteil auszunutzen. Ich will einfach Antworten, denn ich muss heute mein Leben planen. Wenn ich erfahre das ich auf diesem Weg eine Chance auf eine Zukunft habe, werde ich ein Album aufnehmen und wieder so anbieten. Wenn das nicht so ist, auch gut. Dann fülle ich Ende Mai 2013 meinen Anmeldebogen für die GEMA aus.
Ich weiß dass ich damit die Diskussion sehr stark vereinfache und sicher auch reichlich Kritik ernten werde…gut so! Ich will Antworten!
1.Plattform
2.Plattform
Urherberrechte. Immer wieder, überall. Mir reicht's. Ich bin neugierig, ich will Antworten. Hier stehe ich, ein junger Musiker voller Ideen, diesen Sommer bin ich fertig mit meinem Musikstudium an der Popakademie Enschede, NL. Vor 20 Jahren wäre jetzt der Zeitpunkt gewesen mir eine Plattenfirma zu suchen. Heute ist dieser Gedanke lächerlich. Die Indies sind ...